Dominik kardinál Duka OP 
arcibiskup pražský

Gruß an die Mitglieder der Freisinger Bischofskonferenz

Gruß an die Mitglieder der Freisinger Bischofskonferenz

Dominik Kardinal Duka OP, Erzbischof von Prag und Vorsitzender der tschechischen Bischofskonferenz hat am 30. Januar 2013 im Waldsassen die Mitglieder der Freisinger Bischofskonferenz getroffen.

5. Februar 2013
Ansprachen / Vorlesungen

Eminenz(en), Exzellenzen, sehr verehrte Anwesende,

Ich möchte mich bei Ihrer Konferenz für die an uns, Bischöfe der Böhmischen oder Prager Kirchenprovinz, gerichtete Einladung aufrichtig bedanken. Es ist eine historische Begegnung und findet in dem Jahre statt, in dem wir des tausendvierzigsten Jahrestags der Gründung des Prager Bistums gedenken.

Das ermöglichte die Großzügigkeit des Bischofs von Regensburg, des heiligen Wolfgang, dessen Nachfolger ich hier herzlich begrüße und ihm von uns allen hier anwesenden Bischöfen aus Böhmen alles Gute wünsche. Zu der heutigen Begegnung kommt es im Jahre des Glaubens, in dem wir Tschechen sowie alle übrigen slawischen Völker den tausendeinhundertfünfzigsten Jahrestag des Anfangs der Mission der heiligen Kyrill und Method in Großmähren feierlich begehen. Gedacht wird zugleich auch der Taufe des böhmischen Fürsten Bořivoj und seiner Gemahlin, der heiligen Ludmila, Großmutter und Erzieherin des heiligen Wenzel. Fürst Wenzels historischer Schritt und die politische Orientierung unseres Landes in den folgenden Jahrhunderten führte zu einer Symbiose und Zusammenwirkung unserer Völker in allen Bereichen des geistigen sowie politischen Lebens. Davon zeugt auch unsere Gegenwart hier in Waldsassen. Die grundsätzliche Bedeutung Böhmens oder Prags wird auch durch die Tatsache bezeugt, dass im Jahre 831 sich die mährischen Wladiken in Passau taufen ließen und die böhmischen Stammeshäuptlinge die Taufe im Jahre 845 in Regensburg empfingen. Die kyrillomethodianische Mission wurde dank des päpstlichen Verständnisses eine römische und die Stellung des pannonischen oder mährischen Erzbischofs, des heiligen Method, macht in geschíchtlichen Kontexten den Anfang dessen aus, was Mitteleuropa genannt wird. Hier hat Prag eine enorm wichtige Rolle gespielt als Lebensraum dreier Völker und Kulturen und Ort von Begegnungen. Dem hat der Zweite Weltkrieg ein Ende gesetzt, die Verheerung hat dann der Kommunismus vollendet. Die Erneuerung ist und wird nicht leicht sein, doch gibt es Hoffnung dank der Zusammenarbeit mit Renovabis, mit der Christlichen Akademie, der Johann-Seidel-Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Ackermann-Gemeinde, mit Kirche in Not sowie dank der Zusammenarbeit einzelner Diözesen. Ich bin überzeugt, dass auch diese unsere Begegnung eine Vertiefung des gegenwärtigen Zusammenwirkens bedeuten wird einschließlich eventueller Festlegung von Prioritäten.

Ich bedanke mich für ihr Verständnis.

Kardinal Dominik Duka OP