Dominik kardinál Duka OP 
arcibiskup pražský

Religion in der säkularisierten Gesellschaft

Religion in der säkularisierten Gesellschaft

Rede des Erzbischofs von Prag Dominik Duka OP, die am 6. Oktober 2010 anlässlich des St. Michaelsempfangs in Berlin gehalten worden war.

6. November 2011
Ansprachen / Vorlesungen

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesminister!

Sehr geehrter Herr Kardinal!

Sehr geehrter, lieber Herr Präsident der Deutschen Bischofskonferenz!

Exzellenzen,

verehrte Damen und Herren, liebe Mitbrüder, liebe Brüder und Schwestern!

Ich komme aus Ihrem Nachbarland, von dem es heißt, es sei eines der  atheistischsten Länder der Welt oder wenigstens Europas. Dazu möchte ich jedoch anmerken, dass die Hälfte der Einwohner getauft ist und ein Drittel sich bei der Volkszählung freiwillig zum Christentum bekannt hat, davon dreiundneunzig Prozent zur Römisch-katholischen Kirche. Als Atheisten bezeichnen sich gemäß den statistischen Berechnungen sieben bis zehn Prozent der gesamten Bevölkerung, einige Teilforschungen konnten fünfzehn bis achtzehn Prozent nachweisen. Wie verhält es sich also mit der restlichen Bevölkerung? Oder mit ihrer Mehrheit? Sie bekennt einen Glauben an „Etwas“, meistens wie folgt ausgedrückt: „Ich bin kein Gläubiger, aber etwas über uns muss es geben.“ Dieser „Etwasismus“ ergibt sich aus der fünfzig Jahre dauernden Oberherrschaft eines militanten Atheismus sowie aus dem praktisch totalen Mangel einer philosophischen und theologischen Ausbildung der absoluten Mehrheit der Bevölkerung, einschließlich jener, die getauft sind. Laut den statistischen Angaben der Encyklopaedia Britannica bekennen sich zum Atheismus weltweit zweieinhalb Prozent der Bevölkerung; die Tschechische Republik weist also mindestens viermal mehr Atheisten auf, als der Weltdurchschnitt.

Das Schicksal der Römisch-katholischen Kirche in der Tschechischen Republik im zwanzigsten Jahrhundert war durch eine Reihe von Umwandlungen und Umstürzen geprägt. Deshalb lässt sich Folgendes feststellen:

1.      Mehr als zwanzig Prozent der tschechischen Bevölkerung (dies galt jedoch nicht für Angehörige der anderen im Staat lebenden Volksgruppen) waren nach dem Ersten Weltkrieg zur nationalen Tschechoslowakischen Kirche übergetreten. Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts war die Anzahl der Anhänger Kirche auf zehn Prozent der ursprünglichen Zahl gesunken.

2.      Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Römisch-katholische Kirche infolge der Vertreibung der Deutschen etwa fünfundzwanzig Prozent ihrer Anhänger.

3.      Zwei große Emigrationswellen nach Februar 1948 und nach August 1968 hatten für die Römisch-katholische Kirche den Verlust von etwa einer Viertelmillion Gläubigen zur Folge.

4.      Eine Abnahme der Gläubigen brachte ferner die Dezimierung vor allem der gläubigen Intelligenzschicht während der nationalsozialistischen Okkupation und der kommunistischen Diktatur mit sich.

5.      Während des zwanzigsten Jahrhunderts verlor die Kirche drei grundlegende Säulen ihres religiösen Lebens: die Bauern, die Gewerbetreibenden und den Adel. Alle drei wurden liquidiert.

6.      Zwischen den Jahren 1956 und 1990 sind zwei Drittel der Landesbewohner in die Städte umgezogen (deshalb verloren zwei Drittel der kirchlichen Gebäude auf dem Lande ihre Bedeutung und Verwendung).

7.      Nicht vergessen darf man auch die gewaltsame Atheisierung mittels Einschüchterungen und Diskriminierungen (Arbeitsentlassungen,

     Eigentumsbeschlagnahmungen, Verhindern des Studiums, finanzielle

     Regressmaßnahmen, Verspottung Gläubiger und so weiter).

Die genannten Tatsachen werden innerhalb der Tschechischen Republik nicht genügend berücksichtigt; vor allem die Berichte in den Medien sowie die soziologischen Forschungen stammen zumeist von Menschen, die über keine konkreten Kenntnisse verfügen, weder der Geschichte noch des religiösen Lebens. Die statistischen Angaben interpretieren sie oft nur mit boshafter Feststellung von Verlust oder Rückgang. Vergleichen wir die Abnahme von Gläubigen der anderen Konfessionen, so können oder müssen wir feststellen, dass die fünfzigprozentige Abnahme der Gläubigen der Römisch-katholischen Kirche im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts ein sozusagen „natürliches Ergebnis“ darstellt, das man nicht vereinfacht als „Aussterben von Gläubigen“ bezeichnen kann, als Apostasie, oder als Unfähigkeit der Kirche, die Zahl ihrer

Gläubigen aufrechtzuerhalten. Die demographische Abnahme von Gläubigen ist eine Folge der Tatsache, dass die älteren, zalreicheren, im Glauben mehr verankerten und durch den Glauben geformten Generationen allmählich aussterben und ein über mehrere Jahrzente sich hinziehender demographischer Rückgang ein Wachstum der Zahl der Gläubigen nicht erlaubt oder gar unmöglich macht.

Der Atheismus und das hohe Maß an Säkularisation in der Tschechischen Republik haben andere Wurzeln als in Belgien, in den Niederlanden oder den neuen Bundesländern hier in Deutschland.

Religion in einer säkularisierten Gesellschaft ist in der Tschechischen Republik kein neu aufgetauchtes Thema. Die Tschechoslowakei entstand 1918 als religiös neutraler Säkularstaat mit der Absicht, nach dem französischen Vorbild von  1905 eine Trennung von Staat und Kirche durchzuführen, was jedoch nicht gelang. In Hinsicht auf die inneren Verhältnisse wurde im Jahre 1928 ein Vertrag (Modus vivendi) mit dem Vatikan abgeschlossen und ein Jahr danach bekannte sich Präsident T. G. Masaryk zu der Sankt-Wenzels-Tradition; so kam es zu einer Religionsversöhnung, die ihren Gipfel in der religiös-politischen Kundgebung im Rahmen des Katholikentages 1935 erreichte und auch als Demonstration gegen den Aufstieg des Nationalsozialismus im Deutschen Reich verstanden wurde. Weil es genug Erfahrungen mit der so genannten sozialistischen Ordnung in der DDR gibt, werde ich auf die Situation in der Tschechoslowakischen beziehungsweise der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik nicht detailliert eingehen; ich will nur erwähnen: uns, insbesondere uns Katholiken, erschien damals der Raum der Religion als eine Insel der Freiheit.

Ich habe auch nicht vor, die Frage der so genannten Säkularisation in der Zeit der Aufklärung zu behandeln oder etwa im liberalen neunzehnten Jahrhundert, das die Freiheit in religiösen Fragen vielmehr als ein „Freisein von der Religion“  verstand und in dem die Kirchen auf verschiedene Art und Weise verdrängt und die Gläubigen zum Teil diskriminiert wurden. Aus diesem Grunde konnte man die jakobinische Diktatur mit all ihren Erscheinungen von Gewalt und Diskriminierung der Gläubigen, sogar deren Genozid in der Bretagne, verschweigen oder übersehen.

Eine neue Säkularisierung, die in der westlichen Welt Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts stattfand, ging vor allem nach dem Fall der Berliner Mauer und in der Zeit einer Art „Belle Époque“ in einen koordinierten Prozess über, der in vielen Fällen und oft mit Recht Befürchtungen hervorruft, dass sich ein Ende der Epoche der Demokratie und der Religionsfreiheit abzeichnet. Dies bezeugt das Wachstum extremistischer Gruppierungen mit betont autoritären Zügen. Deren praktizierte Teilung in rechte oder linke Extremisten ist absolut künstlich, häufig geht es hier um eine Vertuschung der Realität. Ich wage zu behaupten, dass in den postkommunistischen Ländern die Formen des militanten Säkularismus bei weitem nicht so ausgeprägt sind, weil vor allem die Methoden, die der militante Säkularismus verwendet, jenen sehr auffallend ähnlich sind, die wir in der Zeit der kommunistischen Unterdrückung und Unfreiheit kannten und am eigenen Leib erfuhren. Dazu gehörten auch Methoden bestimmter Medien und Menschen, die an der Aufrechterhaltung des kommunistischen Regimes beteiligt waren. Oft sind sie nicht einmal imstande den sozialistischen Wortschatz zu ändern, ihr Kauderwelsch, im Tschechischen

„ptydepe“ genannt.

Scheinen Ihnen meine Urteile zu hart? Ich bitte um Verzeihung: meine Lebenserfahrung sowie Beobachtung und Studium dieser Phänomene erlauben mir nicht anders zu sprechen.

Da auch Sie die zahlenmäßige Schwächung der traditionellen Kirchen und Religionsgesellschaften im gegenwärtigen Europa wahrnehmen, wäre es sicher  leicht, das Argument dafür in dem katastrophalen demographischen Rückgang zu finden, der sich letztlich auch in der Wirtschaftskrise niederschlägt. Wir müssen jedoch zugeben, dass die Kraft der fundamentalen (nicht fundamentalistischen) Prinzipien auch deswegen geschwächt ist, weil ein bedeutender Teil der Christen in seinen Einstellungen auf sie verzichtet hat, als ob die Pfeiler des religiösen Lebens abbröckelten. Die Atomisierung der Gesellschaft greift auch die kirchlichen Institutionen an, sie verlieren ihre Autorität und Anziehungskraft. Es scheint als müssten andere Lösungen gesucht werden.                                          

Sind hier nicht der Islam, der Hinduismus oder Buddhismus eine Herausforderung, oder sogar die Rückkehr zu der vorchristlichen Vergangenheit? Von ähnlichen Erwägungen hören oder lesen wir. Das Problem der Säkularisierung scheint die erwähnten Gemeinschaften gar nicht berührt zu haben. Ist dem wirklich so? Zum Teil ja! Die Säkularisierung, die autonomen Aufgaben weltlicher Realitäten, die Weltlichkeit – dies alles hat lediglich im Christentum ihren Platz. Jesu Ablehnung der gottähnlichen Hegemonie des Kaisertums nahm in der Geschichte Europas sowie des Christentums selbst verschiedene Formen an, blieb jedoch immer präsent. Die Autonomie der Weltlichkeit und die Notwendigkeit ihrer Respektierung gingen stets Hand in Hand, es war aber und ist auch heute nicht leicht ein festes Gleichgewicht zu bestimmen. Die erwähnten Formen des religiösen Lebens (Islam, Hinduismus etc.) haben sich diese Frage praktisch nie gestellt und ich glaube nicht, dass sie – in der Gestalt, wie wir sie kennen – eine wahre und glückliche Lösung brächten. Bringt also der atheistische oder postmoderne Atheismus eine Lösung?

Mit Recht muss man zugeben, dass der ausdrückliche Verzicht auf Rationalität zur Folge hat, dass das Christentum nicht imstande ist, einen entsprechend breiten und notwendigen Dialog mit der Welt in der Zeit einer radikalen Umwandlung zu führen. Sind daran aber nicht der bedeutende Rückgang des Bildungsniveaus sowie die massenhafte Orientierung der Bevölkerung auf Hedonismus und Unterhaltung schuld? Meiner Meinung nach ist auch das Niveau unserer Katechese dem gegenwärtigen Forschungsstand inhalts- und formmäßig nicht angemessen. Ihre popularisierte Gestalt wird oft im Widerspruch zu unserer Deutung des Bibeltextes präsentiert. Dieses Nichtvorbereitetsein wirkt auf das Leben der Kirche: „Wir verharren in einer stereotypen Beschäftigung mit historischen Problemen und weichen den Gegenwartsfragen aus. Dies stellt allerdings nicht nur ein Problem der Theologie dar, sondern fast aller humanistischen Fächer. Das Erzählerische, die Essayistik und die literarischen Formen wollen wissenschaftliche Methoden und Argumentation ersetzen. Erlebnis und extatische Erfahrung werden als der einzig mögliche Ersatz dargeboten. Die Rationalität wird geringgeschätzt, abgelehnt oder verspottet. Unsere Rede von Gott bewirkt oft eine Flucht zu jenem „Etwas“, zum Transzendenten, oder zum „Geistigen“ hin, wie es im tschechischen Milieu heißt. Wenn wir die militanten Anhänger des Atheismus beobachten oder vielmehr ihre Texte lesen (wie zum Beipiel eines R. Dawkins), sehen wir uns konfrontiert mit einer fast trivialen Form der Ablehnung von Theismus, basierend auf einerArgumentation, die von der Rationalität und den Prinzipien logischen Denkens meilenweit entfernt ist.

Der Irrkreis des Atheismus, der Gott zunächst aufgrund der Vernunft und später aus voluntaristischen Gründen (Freiheit des Einzelnen, Freiheit der Klassen – Abschaffung der Ausbeutung) oder im Namen eines maßlosen Hedonismus ablehnte, dieser Kreis ist innerlich verschlossen und nach meinem Urteil einer anderen, neuen Argumentation unfähig. Er kann sich nur auf dem Irrweg von Hegels Spirale bewegen. Trotzdem sehe ich in diesen Äußerungen vielmehr eine Herausforderung für uns, nämlich uns unserer eigenen, tief gehenden Arbeit zu widmen und nicht bloß diese Phänomene anzuprangern. So wie wir innerhalb der Kirchen aufgrund des Mangels an Rationalität eine Tendenz zum  Verschlossensein beobachten, sowie zu extremen Einstellungen von links und rechts, die keine Lösung bringen, ihren Ursprung vielmehr in der Angst um die Zukunft haben und manchmal sogar die existentielle Angst berühren. Zugleich bezeugen sie jedoch auch einen Mangel an Glaube und Vertrauen, die in einer wirklich logisch-theologischen Argumentation verankert sein können. So verhält es sich, glaube ich, auch mit den fundamentalistischen, manchmal beinahe fanatischen Einstellungen des Neoatheismus sowie mit den neoliberalistischen Äußerungen der postmodernen Säkularität.

Dass wir jetzt in einer Welt der Postmoderne lebten, kann nicht mehr angenommen werden. Die historisch drittgrößte Völkerwanderung und der Globalisierungsprozess, beschleunigt durch neue Technologien und vermittelt auf Höchstgeschwindigkeitsstrecken der gegenwärtigen Massenmedien, haben die Welt verflochten, unsere Welt, in der die Religion eine überraschend wichtige und nicht immer angenehme Rolle spielt. Religiös gefärbte Kriegskonflikte sind kein Phänomen des Mittelalters oder des Barocks mehr, sondern werden zum Bestandteil des alltäglichen Lebens. Der Einfluss der Religion in der Politik, in der Rechtspflege, im Familien- sowie persönlichen Leben, wie es uns in den Medien weltweit vorgeführt wird, ist vielmehr im Wachstum begriffen, als dass er abnähme; dies betrifft nicht nur die Länder der Dritten Welt, sondern auch die USA.

Mit Überraschung müssen wir also feststellen, dass wir tatsächlich in einer postatheistischen Welt leben, trotz aller erwähnten Reaktionen und Bemühungen, die Religion von der öffentlichen Bühne zu verdrängen. Bestimmte gesellschaftliche und politische Schichten sind infolge ihrer tiefen Unkenntnis des grundlegenden Inhalts der Religion nicht zur Differenzierung in der Lage und sind sich nicht der Tatsache bewusst, dass der Kampf um Institutionen (wie Familie, Gemeinde, menschliche Würde, Menschenrechte, Recht des Kindes auf biologische Mutter und biologischen Vater, Verteidigung der Rolle der Frau und des Mannes) ein Kampf um biologische, psychologische, kulturelle sowie gesellschaftliche Gegebenheiten ist und dass diese keine Phänomene des religiösen Glaubens darstellen. Es geht um Verteidigung irdischer Realitäten, mit denen das Christentum rechnen muss, weil es die Religion der göttlichen Inkarnation ist, in welcher Gott der Welt begegnet. Eine Zerstörung der genannten Werte ist für die westliche Welt kein Schutz der Säkularisierung als solche, sondern man öffnet damit die Türen und bereitet den Weg jenen Strömungen vor, die die erwähnte Autonomie der Weltlichkeit gänzlich unterdrücken werden.

Ich bin der Meinung, dass eben der Raum der Medien uns dazu verhelfen kann, die Wirklichkeit zu reflektieren und nicht naiv reaktionär zu sein im Sinne einer naiven Rückkehr in die Vergangenheit, in der der militante atheistische Säkularismus die Entstehung sowie den Aufschwung totalitärer Regime ermöglicht hat, die das zwanzigste Jahrhundert in eine finstere und grausame Epoche verwandelten. Lasst uns fragen, wie die nach uns kommenden Generationen jene Etappen beurteilen werden, in denen wir die meiste Zeit unseres Daseins verlebten. Ich bin der Meinung, dass das Gleichgewicht zwischen Transzendenz und Sekularität nicht in einem etwaigen Balancieren liegt. Im Geheimnis der Inkarnation findet die Säkularität ihren vollwertigen Sinn sowie ihr Ziel. Eine Säkularität, die das Transzendentale unterdrückt oder es aus dem Leben des Einzelnen oder der Gesellschaft verdrängt, ist nicht imstande, dem Leben und der Aktivität des Einzelnen oder der Gesellschaft einen Sinn zu geben. Ich glaube, es wird uns viel mehr zur Ehre gereichen, wenn wir uns der die Welt beherrschenden Entpersönlichung entledigten und den mit Masken verhüllten Begriffen „Gott“ und „Welt“ ihre Bedeutung zurückgäben.

Dies ist ein Thema für das menschliche Denken. Auch ist es das schiksalhafte Thema des Lebens. Darum begegnen einander am Kreuz Gott und Mensch. Wenn Sie wollen, Gott und die Welt. Die Vertreibung des Kruzifixes heißt Vertreibung des wahren Sinnes des menschlichen Lebens, alles kann sich in Chaos verwandeln. Jener Irrkreis behält seine Geltung auch für unsere Zukunft.

Wer nimmt uns in Schutz vor dem Dunkel und den möglichen Schrecken der Zunkunft? Die sich selbst überlassene Welt, der die Büchse der Pandora öffnende Relativismus der Postmoderne? Im Geiste des Iwan Karamasow Dostojewskis: „Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt!“?

Dostojewski meinte diese Worte als eine Vision, als Prophezeiung. Wir leben jedoch nach Auschwitz und nach dem Gulag.

Hinzufügen möchte ich nur: Ist nach Auschwitz eine Theologie möglich?

Ich frage: Ist es möglich, nach Auschwitz und Ljubljanka ohne Theologie zu leben?

Die Antwort ist jedem von uns selbst überlassen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und Geduld.

Msgre Dominik Duka OP, Berlin, Oktober 2010